Barrierefreie Ausflüge mit Kindern in Belgien

Einen Familienausflug zu planen ist schon eine Herausforderung für sich — erst recht, wenn ein Familienmitglied einen Rollstuhl nutzt. Zum Glück investieren belgische Freizeitparks, Museen und Kinderattraktionen zunehmend in inklusive Barrierefreiheit. In diesem Leitfaden stellen wir zehn Ziele vor, an denen Kinder und ihre Eltern, Brüder, Schwestern oder Großeltern im Rollstuhl gemeinsam einen unvergesslichen Tag erleben können.

Freizeitparks: Spannung für alle Altersgruppen

Bobbejaanland in Kasterlee bietet überraschend viele Attraktionen, die für Rollstuhlnutzer zugänglich sind, wie die interaktiven Dark Rides und die nostalgische Eisenbahn. Der Park arbeitet mit einem kostenlosen "Begleiterpass", sodass Begleiter ohne Warteschlange bei der Attraktion mitfahren können. Am Eingang gibt es barrierefreie Toiletten und auf den Hauptwegen sind spezielle "Ruhebänke" vorgesehen.

Im Plopsaland De Panne an der Küste ist der überwiegende Teil der Attraktionen zugänglich, dank speziell entworfener Einstiegsplattformen und Fahrzeuge mit Umsteigemöglichkeit. Der Park veröffentlicht einen klaren Barrierefreiheitsleitfaden, in dem pro Attraktion angegeben ist, was möglich ist. Geschwister können dank angepasster Doppelwagen gemeinsam genießen.

Für alle, die lieber drinnen bleiben, ist Plopsa Indoor Hasselt eine großartige Option — ideal an regnerischen Tagen. Alles liegt auf einer ebenerdigen Etage, mit geräumigen Wegen und barrierefreien Toiletten am Eingang. Die kleinsten Kinderattraktionen wie Kabouter Plop und Bumba sind speziell für Kinder mit einer Behinderung zugänglich gemacht.

Für die älteren Kinder: Walibi und Aqualibi

Teenager und Wagemutige finden Sie meistens bei Walibi Belgium in Wavre. Der Park arbeitet mit einer speziellen PMR-Karte, die Wartezeiten verkürzt und Begleitern Zugang zu den Attraktionen gewährt. Die großen Achterbahnen sind meist nicht zugänglich, aber Familienattraktionen wie Calamity Mine, Tiki-Waka und die Log Flume sind mit Umsteigen möglich.

Direkt neben dem Freizeitpark liegt Aqualibi, das subtropische Schwimmbad der Walibi-Gruppe. Es gibt angepasste Umkleidekabinen, einen Hebelift zum Erreichen der Rutschen und ein angepasstes Becken für mobilitätseingeschränkte Schwimmer. Reservierung des Begleitteams im Voraus empfohlen, besonders am Wochenende.

Wissenschaft und Technik: Lernen durch Tun

Technopolis in Mecheln ist das Mitmach-Museum schlechthin: Kinder entdecken Wissenschaft und Technik, indem sie selbst an Knöpfen drehen und Experimente durchführen. Das Gebäude ist vollständig zugänglich, alle Experimente stehen auf Arbeitstischen, die mit einem Rollstuhl unterfahrbar sind, und Aufzüge verbinden die verschiedenen Ebenen.

Im tiefen Süden der Wallonie liegt das Euro Space Center in Transinne: ein Raumfahrtmuseum, in dem Kinder echte Raketenteile berühren können. Kürzlich wurde die gesamte Ausstellung neu gestaltet, mit erhöhter Aufmerksamkeit für Barrierefreiheit. Alle interaktiven Stationen sind aus sitzender Position nutzbar.

In Limburg ist das Cosmodrome Genk eine kleinere, aber sehr hochwertige Wahl. Das Planetarium in der Kuppel hat reservierte Plätze für Rollstuhlnutzer auf einem erhöhten Plateau mit perfekter Sicht auf den Sternenhimmel. Die Ausstellung drumherum ist vollständig eben und gut durch Audioguides unterstützt.

Miniaturwelten und Spielzeug

Mini-Europe am Fuße des Atomiums in Brüssel lässt Sie Europa in Miniatur entdecken. Der Parcours ist vollständig befestigt und eben, mit breiten Wegen zwischen den Modellen. Ideal für kleine Kinder, die sich manchmal in großen Museen verlieren: Die Modelle sind klein genug, um übersichtlich zu bleiben. Barrierefreie Toiletten finden Sie am Eingang und am Endpunkt.

Das Speelgoedmuseum Mecheln ist eines der umfangreichsten Spielzeugmuseen Europas, mit Sammlungen von Puppen und Spielzeug aus den letzten zwei Jahrhunderten. Ein Aufzug verbindet alle vier Etagen, und es gibt eine separate "Spielzone", in der Kinder mit einer Behinderung gemeinsam mit Geschwistern mit angepassten Spielzeugobjekten spielen können.

Praktische Tipps für einen Familienausflug mit Rollstuhl

Wählen Sie nach Möglichkeit ein Ziel an einem ruhigen Tag. Viele der genannten Parks sind am Mittwochnachmittag oder Samstag sehr voll, während Dienstag oder Donnerstag oft viel komfortabler ist. Ein ruhiger Tag macht nicht nur das Navigieren mit dem Rollstuhl einfacher, sondern sorgt auch für kürzere Wartezeiten an den Attraktionen.

Nehmen Sie immer zusätzliche Kleidung, Sonnencreme und ausreichend Getränke mit. Barrierefreie Toiletten verfügen manchmal über eine geräumige Wickelauflage, was bei kleinen Kindern oder Kindern mit besonderen Pflegeanforderungen ein großer Pluspunkt ist.

Erkundigen Sie sich auch am Eingang nach der Möglichkeit eines kostenlosen Begleitertickets. In fast allen genannten Parks ist dies bei Vorlage eines europäischen Parkausweises oder einer vergleichbaren Bescheinigung möglich. So wird ein barrierefreier Ausflug auch finanziell erschwinglich für große Familien.