Ein Tag im Grünen sollte kein Privileg für Fußgänger sein. Belgien hat einige der schönstgestalteten Gärten und Parks Europas, und immer mehr dieser Anlagen investieren in gute Barrierefreiheit. Breite Wege, ausreichend befestigte Routen, barrierefreie Toiletten und Rampen sind heute an vielen Orten Standard, nicht mehr die Ausnahme. Im Folgenden unsere acht liebsten barrierefreien Gärten und Parks in Belgien - von weltberühmten botanischen Gärten bis zu ruhigen Stadtparks, die unter der Woche eine schöne Auszeit bieten.
Botanischer Garten Meise: das Kronjuwel
Der Botanische Garten Meise ist wohl der bekannteste botanische Garten Belgiens und seit einigen Jahren eine weltweite Referenz für Barrierefreiheit. Das weitläufige Gelände von 92 Hektar bietet ein Netz befestigter Wege, das breite Landschaftszonen verbindet: den Pflanzenpalast mit seinen dreizehn Gewächshäusern, den Heilpflanzengarten, das Rosarium und den Baumgarten mit monumentalen Exemplaren von allen Kontinenten. Am Eingang können Rollstühle und Elektromobile ausgeliehen werden. Die Gewächshäuser sind schwellenfrei, und das neue Besucherzentrum bietet allen Komfort eines modernen Museums. Wer ein volles Tagesprogramm plant, findet im Restaurant des Pflanzenpalastes einen schwellenfreien Mittagsplatz mit Blick auf die Palmen.
Jardins d'Annevoie: Kunst und Wasser
Im Süden von Namur liegen die Jardins d'Annevoie, einzigartig, weil alle Wasserspiele ohne Pumpe funktionieren. Die Brunnen, Kanäle und Wassertreppen aus dem achtzehnten Jahrhundert werden ausschließlich durch die Schwerkraft angetrieben. Die Hauptwege durch die Gärten sind eben und überwiegend befestigt, mit einer einladenden Schleife, die die meisten Höhepunkte verbindet. Einige Seitenwege sind steiler oder als halbbefestigter Pfad angelegt - für das beste Erlebnis empfiehlt sich ein Spaziergang an einem trockenen Tag. Am Eingang gibt es eine barrierefreie Toilette, und die Terrasse der Cafeteria ist rollstuhlgerecht.
Parc de Woluwe: grüne Lunge Brüssels
Der Parc de Woluwe ist einer der schönstgestalteten englischen Landschaftsparks in Brüssel, mit einer Kette verbundener Teiche, alten monumentalen Bäumen und Wegen, die sich durch das Relief schlängeln. Die Hauptrouten sind breit und befestigt, mit einigen leichten Steigungen, die die meisten Rollstuhlfahrer selbstständig bewältigen. Bänke gibt es reichlich, und die Tram 39 bringt Sie mit abgesenktem Bahnsteig bis zum Haupteingang. Ein idealer Park für alle, die einen ruhigen halben Tag in Brüssel suchen, ohne weit reisen zu müssen.
Domaine Solvay La Hulpe: Schloss und Park
Die Domaine Solvay in La Hulpe verbindet einen großen Landschaftspark mit dem märchenhaften Schloss der Familie Solvay. Die breiten Alleen und die durchgängig befestigten Wege rund um den zentralen See sind komfortabel befahrbar und bieten Sicht auf das Schloss wie auf die alten Buchenwälder. Das Schloss selbst ist über eine Rampe teilweise zugänglich; in den Nebengebäuden finden regelmäßig Ausstellungen statt, die schwellenfrei organisiert sind. Die Cafeteria am Haupteingang verfügt über eine rollstuhlgerechte Terrasse mit Blick auf die Pferdewiese.
Jubelpark: monumental und eben
Der Jubelpark in Brüssel ist einer der monumentalsten Parks des Landes. Die breiten Esplanaden und der ikonische Triumphbogen bilden die Kulisse für viele Veranstaltungen, doch außerhalb der Stoßzeiten ist er einfach ein schöner Park zum Spazieren oder Rollen. Alle Hauptwege sind befestigt und eben. Drei Museen im Park - das Königlich Belgische Heeresmuseum, Autoworld und die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte - haben in den letzten Jahren ihre Barrierefreiheit deutlich verbessert, mit Aufzügen, Rampen und barrierefreien Toiletten.
Bois de la Cambre: grünes Tor zum Soniaenwald
Der Bois de la Cambre verbindet die Brüsseler Avenue Louise mit dem Soniaenwald und ist ein beliebter Spazierort für Stadtbewohner. Rund um den zentralen See mit dem Theatre du Vaudeville verläuft eine ebene befestigte Wanderschleife, die ideal für eine kurze entspannte Rollstuhlrunde ist. Bei schönem Wetter werden Boote vermietet, und die Terrasse des Pavillons am See ist schwellenfrei zugänglich. Wer weiter in den Soniaenwald hinein möchte, findet einige angepasste Wege, die tiefere Waldwanderungen ermöglichen.
Hallerbos: für Liebhaber von Blau
Der Hallerbos wird jedes Jahr im April und Mai weltberühmt für seinen Teppich aus wilden Hasenglockenblumen. Die Barrierefreiheit ist nur teilweise gegeben: Der Haupteingang an der Vlasmarktdreef hat einen gut begehbaren Weg, der bis zur ersten Blütenzone führt. Nicht alle Seitenwege sind für Räder befahrbar, doch die zugängliche Route bietet bereits einen schönen Eindruck der ikonischen Landschaft. Im Besucherzentrum gibt es Informationen darüber, welche Routen zum Zeitpunkt des Besuchs am besten zugänglich sind.
Vrijbroekpark Mechelen: Blumen und Gemüsegärten
Zum Abschluss der Vrijbroekpark in Mecheln, ein weniger bekanntes Juwel mit einem Rosengarten, einer beeindruckenden Dahliensammlung, Gemüsegärten und Spielplätzen für Kinder. Die Wege sind breit, befestigt und eben, und der Park eignet sich gut für einen entspannten Spaziergang von zwei bis drei Stunden mit mehreren Rastpunkten. Am Eingang gibt es barrierefreie Toiletten und eine schwellenfreie Cafeteria, und der Eintritt ist kostenlos.
Ob Sie strenge Designgärten lieben oder lieber weite Landschaftsparks bevorzugen, in einem dieser acht Orte finden Sie ein Ziel, das zu Ihrem Mobilitätsbedarf passt. Ein Tipp, der bei jedem grünen Ort gilt: Besuchen Sie ihn möglichst an einem trockenen Tag und außerhalb der vollen Wochenendtage, dann sind die Wege in Bestform und es gibt mehr Raum, um in Ruhe zu genießen.