Wasserschlösser-Route
Belgien beherbergt Hunderte von Schlössern und Festungen, und eine überraschend große Anzahl davon ist teilweise oder sogar vollständig rollstuhlgerecht. Diese zweitägige Route verbindet vier der eindrucksvollsten Wasserschlösser und Festungen des Landes, von der mittelalterlichen Burg Beersel vor den Toren Brüssels bis zur imposanten Burg Bouillon tief in den Ardennen. Unterwegs entdecken Sie Jahrhunderte belgischer Geschichte in einer sich ständig wandelnden Landschaft.
Beginnen Sie Ihren ersten Tag an der Burg Beersel, kaum fünfzehn Kilometer südlich von Brüssel. Diese Wasserburg aus dem dreizehnten Jahrhundert mit ihren drei runden Türmen und dem breiten Burggraben wirkt wie eine Filmkulisse. Das Burggelände ist für Rollstuhlfahrer teilweise zugänglich: die Außenanlagen und der Burggraben sind über befestigte Wege gut erreichbar, aber das Innere verfügt über Treppen und enge Durchgänge, die nicht rollstuhlgerecht sind. Der umliegende Park bietet jedoch einen angenehmen, flachen Spazierweg. Fahren Sie anschließend nordwestlich zum Schloss Ooidonk in Deinze, einem der schönsten Renaissanceschlösser Ostflanderns. Am Ufer der Leie gelegen, besticht das Schloss durch eine eindrucksvolle spanisch-flämische Fassade. Die Gärten sind über befestigte Wege größtenteils zugänglich, wobei das Innere aufgrund von Treppen schwieriger zu besichtigen ist.
Am zweiten Tag fahren Sie Richtung Süden zur Burg Bouillon, einer der ältesten Feudalfestungen Belgiens, die hoch über der Semois thront. Die Barrierefreiheit ist hier eine Herausforderung: Die Burg ist auf einem Felssporn erbaut und weist erhebliche Höhenunterschiede auf. Die Aussicht vom Parkplatz und den unteren Terrassen ist jedoch bereits atemberaubend und die Reise allemal wert. Beenden Sie Ihre Route am Schloss Lavaux-Sainte-Anne in der Provinz Namur, dem zugänglichsten Schloss dieser Route. Es beherbergt ein Naturmuseum, das vollständig für Rollstuhlfahrer angepasst wurde, mit Aufzügen, breiten Durchgängen und behindertengerechten Toiletten. Der Innenhof und die Gärten sind ebenfalls flach und gut befahrbar.
Praktische Tipps: Ein Auto ist für diese Route unverzichtbar, da die Schlösser weit voneinander entfernt liegen. Verteilen Sie den Besuch auf zwei Tage und übernachten Sie in der Nähe von Namur oder Dinant, wo mehrere barrierefreie Hotels verfügbar sind. Rechnen Sie bei den älteren Schlössern mit Kopfsteinpflaster und unebenem Gelände — nehmen Sie eine Begleitperson mit, wenn Sie an Steigungen Unterstützung benötigen. Am Schloss Lavaux-Sainte-Anne können Sie Leihrollstühle reservieren. Überprüfen Sie die Öffnungszeiten im Voraus, da einige Schlösser im Winter geschlossen sind oder eingeschränkte Öffnungszeiten haben.